Fechtwörterbuch

Sie haben einen Begriff vom Fechten, den Sie nicht genau kennen oder der Ihnen unklar ist? Dann schlagen Sie den Begriff einfach in unserem Fechtwörterbuch nach!

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There are 18 names in this directory beginning with the letter K.
Kampfgericht
Das Kampfgericht ist für die Leitung einer Runde bzw. eines Gefechts zuständig. In der Regel wird das Kampfgericht durch den Obmann gebildet. Zusätzlich können aber auch ein Zeitnehmer und Seitenrichter dem Obmann assistieren.

Kampfzeit
Effektive Zeit, die den beiden Fechtern während eines Gefechts zur Verfügung steht. Unterbrechungen während eines Gefechts werden der Kampfzeit nicht angerechnet. Die Kampfzeit bei Gefechten in Runden auf fünf Treffer ist auf 3 Minuten begrenzt. Schüler älterer Jahrgang und B – Jugend: Bei Direktausscheiden auf 10 Treffer wird maximal in zwei Abschnitten zu je 3 Minuten mit einer einminütigen Kampfpause gefochten. Ab A – Jugend: Direktausscheide auf 15 Treffer enden spätestens nach drei Kampfabschnitten von je 3 Minuten. Zwischen den Abschnitten liegt jeweils eine einminütigen Kampfpause. Ist die jeweils vorgesehene Trefferzahl in einem Gefecht nach Ablauf der Kampfzeit nicht erreicht, hat der Fechter gewonnen, der die meisten Treffer setzen konnte. Bei Treffergleichstand wird die Kampfzeit um maximal eine Minute verlängert. Sieger ist der Fechter, der den nächsten Treffer setzt. Vor Beginn der Verlängerungsminute wird ein Fechter ausgelost, der dann als Sieger gilt, wenn innerhalb dieser Minute kein oder im Degen nur Doppeltreffer fallen.

Karten
Die Karten gelb, rot und schwarz verdeutlichen die Bestrafung im Fechtsport.
Gelbe Karte
Bei einem geringfügigen Verstoß gegen das Reglement erhält der Fechter durch den Obmann eine Verwarnung. Die Verwarnung wird durch eine Gelbe Karte angezeigt. Sie ist nur für das jeweilige Gefecht gültig. Ein Fechter, der im laufenden Gefecht bereits eine Gelbe Karte erhalten hat, wird bei einem erneuten geringfügigen Verstoß mit der Roten Karte (Straftreffer) bestraft. Eine Gelbe Karte gibt es beispielsweise für:
Defektes Material (Waffe, Körperkabel) zu Beginn eines Gefechts
Verdecken der Trefffläche und Gebrauch des unbewaffnetenArmes
Seitliches Verlassen der Fechtbahn, um einen Treffer zu vermeiden
Nichterscheinen beim ersten Aufruf des Obmanns
Biegen der Klinge auf der Fechtbahn
Drehen des Rückens zum Gegner
Heben der Maske vor Unterbrechung des Gefechts durch den Obmann
Absichtliches Körper an Körper, um einen Treffer zu vermeiden
Rote Karte
Begeht ein Fechter einen schwer wiegenderen Verstoß gegen das Reglement oder hat er in dem laufenden Gefecht bereits eine Gelbe Karte erhalten, so wird er mit einem Straftreffer bestraft. Der Obmann zeigt den Straftreffer durch eine Rote Karte an. Ein Fechter, der im laufenden Gefecht bereits eine Rote Karte erhalten hat, wird bei einem erneuten Verstoß mit einer weiteren Roten Karte oder in schwerwiegenden Fällen mit einer Schwarzen Karte bestraft. Eine Rote Karte gibt es beispielsweise für folgende Verstöße:
Überschreiten der Endlinie der Fechtbahn mit beiden Füßen
Fehlende Kontrollmarken auf dem Fechtmaterial
Vortäuschen einer Verletzung
Gefährliche oder brutale Fechtaktion
Schwarze Karte
Bei äußerst schweren oder wiederholten Verstößen gegen das Reglement können der Obmann oder das Technische Direktorium (TD) einen Fechter auch vom laufenden Wettbewerb oder vom gesamten Turnier ausschließen. Der Ausschluss wird durch eine Schwarze Karte angezeigt. Eine Schwarze Karte kann beispielsweise für folgende Verstöße erteilt werden:
Nachgemachten Kontrollmarken oder absichtlichen Modifikationen am Fechtmaterial
Störung der Ordnung auf der Fechtbahn
Doping
Absichtliche Brutalität
Nichterscheinen zu Beginn eines Wettkampfes oder einer Runde
nach drei Aufrufen

Klingenangriff
Klingenangriffe wie beispielsweise Battuta-, Bindungs- oder Filoangriffe werden über einen Kontakt zur gegnerischen Klinge ausgeführt. Sie sind immer dann zwingend erforderlich, wenn die eigene Trefffläche durch die gegnerische Klinge bedroht wird (z. B. gegnerische Linie) bzw. das Angriffsrecht beim Gegner liegt.

Klingenbiegung
Die durch das Reglement vorgeschriebene maximale Klingenbiegung beträgt beim Degen 1 cm, beim Florett 2 cm und beim Säbel 4 cm.

Klingengefühl
Das Klingengefühl gehört neben dem Mensur- und dem Tempogefühl zu den wesentlichen Wahrnehmungsfunktionen, die ein Fechter über viele Wettkampfjahre hinweg immer stärker ausprägt und automatisiert. Klingengefühl bedeutet vor allem das Wahrnehmen der gegnerischen Reaktionen und Vorhaben durch die Beobachtung der gegnerischen Klinge und durch bewusst herbeigeführte Klingenkontakte.

Klingenlage
Position der Klinge, die sich aus der jeweiligen Faustlage, der gewählten Auslage bzw. Einladung ergibt.

Klingenschlag
siehe: Battuta

KO / Direktauscheidung
Direktausscheidung mit oder ohne Hoffungslauf, 16 , 32 ,64 ,128

Kontaktzeit
Als Kontaktzeit bezeichnet man die Berührungsdauer der Waffenspitze (Florett und Degen) bzw. der Klinge (Säbel) auf der gegnerischen Trefffläche, die mindestens erforderlich ist, um einen Treffer auszulösen. Die Einstellung der Kontaktzeit erfolgt am Treffermeldegerät. Beim Florett beträgt seit dem 1. Oktober 2004 entsprechend den neuen Vorschriften der F.I.E. 15 Millisekunden (vorher 1 - 5 Millisekunden). Beim Degen beträgt die Kontaktzeit mindestens 2 Millisekunden. Beim Säbel liegt die Kontaktzeit zwischen 0,1 und höchstens 1 Millisekunde. Ein Meldegerät bei dem ein Treffer bereits unter 0,1 Millisekunden möglich ist, darf nicht eingesetzt werden.

Konterriposte
Offensiveaktion nach einer erfolgreich abgewehrten Riposte.

Kontrotempo
Gegenaktion gegen einen Zwischenstoß oder eine andere Zwischenaktion des Gegners.

Körper an Körper
„Körper an Körper" (Körperberührung beider Fechter) ist im Florett und Säbelfechten generell untersagt und wird mit einer Gelben Karte (Verwarnung) bestraft. Wird ein "Körper an Körper" absichtlich herbeigeführt, um einen Treffer zu vermeiden, erhält auch im Degenfechten der betreffende Fechter eine Gelbe Karte.

Körperkabel
Durch den Ärmel der Fechtjacke (Waffenarm) gezogenes elektrisches Verbindungskabel zwischen der Waffe und dem an der Rückseite der Fechtjacke festgeklemmten Anschlusskabel der Kabelrolle.

Körperparade
Zur Abwehr eines gegnerischen Angriffes wird anstatt einer Klingenbewegung (oder gleichzeitig mit dieser) mit dem Körper ausgewichen. Das Ausweichen (rückwärts, seitwärts oder nach unten) kann durch eine Bewegung des Oberkörpers erfolgen oder auch mit einer rückwärtigen Beinbewegung (z. B. Sprung zurück) verbunden sein. Eine Abwehr mit dem Ausgleichsarm ist nicht erlaubt und führt zur Verwarnung (gelbe Karte).

Kreisbindung
Aus einer Bindung heraus wird mit der Klingenspitze eine kreisförmige Bewegung um die gegnerische Glocke ausgeführt, bis die Ausgangsstellung wieder erreicht ist (z. B.: Quart-Bindung, Kreis-Quart).

Kreisparade „Contra-Quart“
Deckungs- und Verteidigungsbewegung mit der Klinge. Die Abwehr der gegnerischen Klinge erfolgt nach einer umgehenden Kreisbewegung in Entgegengesetzter Richtung zur möglichen direkten Parade.

Kreuzschritt
Beinbewegung (Beinarbeit) bei der durch ein Überkreuzen der Beine eine raumgreifende und schnelle Vor- bzw. Rückwärtsbewegung erreicht werden kann. Kreuzschritte werden beim modernen Sportfechten heute nur noch selten angewendet und sind beim Säbelfechten nicht mehr erlaubt.